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Oberbergischer Anzeiger: Samstag, 24. August 2019

Die Künstlerin Maria Rohr zeigt unter dem Titel „Woher und Wohin” Bilder und Objekte

VON KATJA POHL

Nümbrecht. Es sind im Grunde drastische Eingriffe, die Maria Rohr an dem zarten handgeschöpften Papier vornimmt. Sie knetet das Papier, fügt ihm Falten zu und verändert, entlang dieser gezielt gesetzten Kniffe,  das Erscheinungsbild der papierenen Grundlage mit Acrylfarben zu einem plastisch wirkenden Gemälde. Diese im Wortsinn eingreifende Technik im Kontrast zum hauchdünn-sensiblen Material ist etwas, das die Bergneustädterin interessiert: „Ich möchte so die Fragilität und gleichzeitig die Stärke des menschlichen Seins verdeutlichen.” Manchmal lässt das Papier sich nicht formen und reißt. Manchmal ist das vorsichtige Arbeiten gerade nicht richtig, dann nutzt Maria Rohr Holz als Untergrund und arbeitet sich an diesem ungleich robusteren Untergrund regelrecht ab.

30 Exponate von ihr, Bilder und Objekte, sind ab morgen im Nümbrechter Haus der Kunst zu sehen. Betitelt ist die Ausstellung „Woher und Wohin” — Maria Rohr setzt sich seitvielen Jahren künstlerisch mit ihrer persönlichen Geschichte auseinander, regt aber auch dazu an, in die Welt zu schauen und sich zu fragen: „Wo stehe ich, wo komme ich her und wo möchte ich hin?” Deutlich wird diese hinterfragende Herangehensweise an die Kunst in den beiden Objekten, die die Künstlerin eigens für den verglasten oberen Teil des Ausstellungsraumes geschaffen hat.

Jahrzehnte alte Eichenbalken geben auf Plexiglas gemalten Figuren einen Rahmen, erzählen durch ihr Alter vom „Woher”. Die Farben der Figuren sind nicht grell, aber lebensfroh, denn, so sagt Maria Rohr: „Das Leben ist bunt.” Beide Figuren scheinen in sich hinein zu horchen, stellen existenzielle Fragen — diese symbolisieren den zweiten Teil des Titels der Ausstellung, das „Wohin”.

Ein Anker-Verbandsschrank, DDR-Erzeugnis aus Wismar, präsentiert sein Innenleben und steht als Symbol für die Verwundungen im deutsch-deutschen

Verhältnis. „Seit längerem interessieren mich auch das Weltgeschehen, unsere Gesellschaft. Wie ich das jeweils umsetze, ist, auch für mich spannend, denn meine Ideen machen sich gerne selbstständig und entwickeln sich in meinem Unterbewusstsein weiter. Das kann am Ende auch mich überraschen.”

Die Vernissage im Haus der Kunst, Jakob-Engels-Straße 2, beginnt morgen um 11:30 Uhr. Zur Einführung spricht Birgit Ludwig-Weber, Vorsitzende des Kunstvereins. Die Öffnungszeiten sind: Mittwoch bis Freitag von 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Am Sonntag 15. September findet um 16 Uhr mit einem Künstlergespräch die Finissage statt.